Der Tachylit, die Fundstelle in Bobenhausen

Tachylit geschliffen - Foto aus: https://www.fler.cz/zbozi/tachylit-2827631

Tachylit  ist ein schwarzgrünes bis schwarzes vulkanisches Glas. Es wurde erstmals von A. Breithaupt 1826 beschrieben.

Tachylite entstehen durch die rasche Abkühlung basaltischer Laven, beispielsweise durch den Kontakt zu Meerwasser, wodurch eine Bildung von Kristallen verhindert wird. Wie alle vulkanischen Gläser sind Tachylite instabil; über lange geologische Zeiträume nehmen sie Wasser auf und werden dadurch umgewandelt.

Der einzige Fundort von Tachylit im gesamten Vogelsberg befindet sich hier in Bobenhausen. Die Fundstelle ist das Feld am Südabhang des Immersberges,  500 Schritt nördlich von der Strasse vor Bobenhausen.

Der zu Basaltlehm zerfallende Mandelstein ist die Umhüllungsmasse der Tachylytknollen. Die Knollen, welche die Größe einer kleinen Kegelkugel erreichen, haben eine höckerige Oberfläche mit kreisrunden bis 2mm großen Dampfporen, sind von Sprüngen durchzogen, die zum Teil mit Gelb- und Brauneisenocker ausgekleidet sind.

Aus der angewitterten Oberfläche treten schwarze, frische stark Glasglänzende Augitkrystalle zahlreich hervor, hin und wieder auch Magneteisenkrystalle. Schürfversuche haben gelehrt, daß die Tachylytknollen in Schnüren hintereinander als Ausfüllung von Gängen im mandelsteinartigen porösen Basalte vorkommen.

Tachylit von Kilauea auf Hawaii - Foto https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tachylite_from_Lava_Tube_of_Kilauea_volcano_in_Hawaii.jpg

Die Fundstelle in Bobenhausen wird schon 1874 im  „Neues Jahrbuch für Mineralogie“ wie folgt beschrieben:

Tachylyt von Bobenhausen (5 Kilom. WNW. V. Ulrichstein im Vogelsgebirge).

Am Südabhang des Immersberges nach Bobenhausen herab findet sich in dem dortigen, zu Lehm zerfallenden älteren Basalttuff der Tachylyt in Knollen die oft wie aneinandergereiht in Lagen folgen……………………………

 

Die weiteren Ausführungen sind sehr Wissenschaftlich. Für  Interessierte  gibt es hier das komplette Buch im PDF-Format:

 

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© Werner Roth