Der Burgloh

Der Burgloh.

 

Der Burgloh ist eine Anhöhe auf der Gemarkungsgrenze zwischen Bobenhausen und Wohnfeld.

Es gibt dort auf der Höhe zwei ältere Linden. Eine davon ist als „Naturdenkmal“ ausgewiesen, die andere ist die "Sedanslinde", die 1920 vom Kriegerverein Bobenhausen gepflanz wurde.

 

Es ist anzunehmen, dass sich unter der großen alten Linde, oder unter einer nicht mehr bestehenden,  ein Platz befand, der schon in alter Zeit als  heidnische Kultstätte und später dann als

so genannte „Malstätte“ diente.

Gerichtsplatz.

 

Malstätte ist die Bezeichnung für einen Platz, auf dem Volks- und Gerichtsversammlungen abgehalten wurden.

 

Nach altem germanischem Recht musste der Platz erhöht liegen und ein größerer Baum vorhanden sein. Auf Hügeln angepflanzte Bäume, meist Linden, galten als Freiheitsbäume. Unter diesen Bäumen wurde dann die Versammlung oder auch das Gericht abgehalten,  was immer unter freiem Himmel stattfinden musste.

 

Für die Wahl der Linde als Gerichtsbaum waren auch praktische Gründe maßgebend. Die junge Linde lässt sich leiten, d.h. die Äste können waagerecht über ein Stützgerüst gezogen werden, wodurch sich der Gerichtsplatz „unter Dach“ bringen lässt.

Die alte Linde auf dem Burgloh als Naturdenkmal gekennzeichnet

Tanzplatz.

 

Zu den weiteren Funktionen des Dorfgerichtsplatzes gehörte der Tanz unter der Linde. Der früheste Beleg stammt aus Caldern und datiert aus dem Jahr 1286. Wiederholt begegnet die Bezeichnung Tanzplatz auch in den Katasterkarten des 18. und 19. Jahrhunderts, und noch im 20. Jahrhundert gehörte der Tanz unter der Linde, der sich auch durch spezielle Podeste im Baum belegen lässt, zum Brauchtum in hessischen Dörfern.

 

So gibt es Archivhinweise, dass sich auf dem Burgloh „bei der Linde“ ein Tanzplatz befunden hat. Dieser wurde gemeinsam von den Bobenhäusern und den Wohnfeldern, meist im Frühjahr, als solcher benutzt.

Dies alles trifft auf den "Burgloh" zu und wird dadurch noch bestätigt, dass die Feldgemarkung am östlichen Abhang des Hügels „Helgenrod“ (heilige Rod) heißt, eine Bezeichnung die sicherlich heidnischen Ursprung ist.

Die "Sedanlinde" vom Weg aus gesehen ...................und die stark beschädigte Rückseite

Die "Sedanlinde"

 

Die Linde wurde 1920 vom Kriegerverein Bobenhausen zum 50. Jahrestag der Schlacht bei Sedan gepflanzt.

 

Die Sedanschlacht war entscheidend im Deutsch-Französichen Krieg von 1870-1871, der mit dem Friedensvertrag zu Verailles am

28. Februar 1871 beendet wurde.

Überall in Deutschland wurden damals aus diesem Anlass sogenannte Friedensbäume gepflanzt. Diese wurden vielerorts auch, im Gedenken an die Sedanschlacht  "Sedan-Eiche" oder auch "Sedan-Linde" genannt.

 

Der heutige Zustand der Sedanlinde auf dem Burgloh ist sehr bedenklich. Auf der vom Weg aus nicht einsehbaren Seite des Baumes, ist ein grosser Teil des Stammes ohne Rinde  (Foto) und viele abgebrochene Äste hängen lose im Astwerk.

Kriegerverein Bobenhausen II

Schießplatz.

 

Auch gab es auf dem Burgloh einen Schießplatz. Dieser müßte vom Kriegerverein Bobenhausen II, der 1897 gegründet wurde,  angelegt worden sein. Es ist bekannt, daß im Verein das Scheibenschießen gepflegt wurde. Ein Beleg dafür dürfte auch der folgende Hinweis im Staatsarchiv Darmstadt sein:

 

 

Signatur: HStAD, G 15 Alsfeld, R 43
Beschreibungsmodell: Sachakte
Serientitel: Schießstände und Durchführung von Preisschießen
Titel: Kriegerverein Bobenhausen II
Laufzeit: 1849-1933

Der Name Burgloh

 

Der Name "Burgloh" hat sich im Laufe der Zeit öfter verändert. Die folgende Schreibweise ist in alten Schriften, meist im Zusammenhang mit einer Flurbezeichnung, belegt:

 

BURKLOH [borkluh]

1585:  Borgk Lohe

1585:  Vorm Burg Lahe

1592:  hinder dem Burckloch

1592:  Borgklohe

1592:  Vorm Burcklohe

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© Werner Roth