Walk-Mühle

Hans-Bücking-Strasse 14 - Heute Metallbaubetrieb.

 

Die "Walkmühle" die 1960 dem Neubau einer Kleiderfabrik, einem heutigen Metallbaubetrieb, weichen mußte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In einer Karte von dem Großherzogtum Hessen von 1823-1850

ist die Mühle eingezeichnet, aber leider ohne Namen.

Der letzte Besitzer war August Stein, davor Heinrich Stein und ein Andreas Stein.

In der Hauptsache war die „Walkmen“ eine Ölmühle, die allerlei Ölsamen auspresste: Lein, Raps und Rübsen. Als Walkmühle arbeitete sie, von Wasserkraft angetrieben, mit einem sinnreichen Stempelwerk. Hier wurden Stoffe, die zu 3 Teilen aus Flachs und zu 1 Teil aus Wollegarnen gewebt waren, gewalkt.

Das ging folgendermaßen vor sich:

Zum walken benötigte man Erde aus der „Luchewiese“. Es war toniger Lehm, Lett genannt und hatte die Funktion eines Wasch- und Knetmittels, der in den Stoff hineingearbeitet wurde. Nach dem walken des Stoffes wurde er in der Stube (Wohnstube) auf zwei Stangen zum trocknen aufgehängt. Dabei wurde dem Stoff mit großen Schrappen ( 4 fache Größe eines Pferdestriegels) Längsstriche angebracht.

Den fertigen Stoff nannte man „Scheftigen Stoff“ oder auch „Bermsstoff“. Er wurde meistens zu Männer- und Arbeitskleidung verarbeitet und war von unverwüstlicher Natur.

 

Vor Andrea Stein war die Mühle mehrmals wohlfeil (zu Verkauf stehend).

 

Lustige Nachbarn brachten ein Schild an:

„Die Walkmen es e reissend Dier, hot schu gefresse vier, de fünfte hot se ach em Rache, en der wet ach nit lang mi mache!“

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© Werner Roth