Vereinsgeschichte der „SV Germania Bobenhausen“ 

1923 - Die erste Fußballmannschaft des SV Germania Bobenhausen

Von links nach rechts,

Hintere Reihe: Meng, Karl Bär, August Schmidt, Karl Stein, Karl Wingefeld, Wilhelm Roth.

Mitte:  Karl Frank, Fritz Döring, Ludwig Möser.

Unten: Louis Wingefeld, Karl Deubel, Heinrich Keil.

Bereits Anfang der 20er Jahre brachte der Lehrer Arras den Schülern in der Turnstunde die ersten Begriffe im Fußballspielen bei.

Einige dieser Schüler gründeten 1923, in der Gaststätte „Bär“, unter Lehrer Rötter den heutigen SV Germania Bobenhausen.

Gaststätte "Bär", hier wurde der Verein 1923 gegründet

Die  Teilnehmer an dieser Gründungsversammlung waren:

Karl Bär, Fritz Döring, Karl Deubel, Karl Frank, Karl Höll, Heinrich Keil, Willi Kraft, Ludwig Möser, August Reichold, Wilhelm Roth, August Schmidt, Wilhelm Schneidmüller, Karl Stein, Heinrich Wingefeld und Karl Wingefeld.

Bei der Bevölkerung wurden die Gründer des Vereines als „Narren“ bezeichnet und auch beschimpft, denn es fehlte durchaus an Verständnis für dieses, bis dahin ja vollkommen unbekannte Spiel.

Einen nun noch fehlenden Fußballplatz fand man „unter den Linden auf dem Loh“. Lehrer Rötter brachte es damals fertig, einen Betrag von 400.- RM (Reichsmark) vom Amt für Leibesübungen und einen entsprechenden Zuschuss von der Gemeinde zu bekommen.

Mit diesen Beträgen ging man, mit Schippe und Hacke bewaffnet, an die Arbeit und machte das Gelände „auf dem Loh“ einigermaßen  bespielbar.

Nun konnte man, da jetzt Spieler und ein Platz vorhanden waren, endlich loslegen. Große Schwierigkeiten bereitete damals allerdings die Beschaffung von Trikots und Fußballschuhen. Die Schuhe wurden beim „Jakob Katz“ gekauft und mit wöchentlichen Ratenzahlungen von 1,00 RM abgestottert.

Die sportlichen Erfolge blieben nicht aus und es wurden viele Urkunden und Pokale gewonnen. Bald waren Bobenhäuser und der junge SV Germania unter dem Namen „Vogelsberger Pokalräuber“ in aller Munde.

Die nächstliegenden Gegner aus dieser Zeit waren: Ulrichstein, Laubach, Grünberg, Schweinsberg, Hopfgarten, Nieder-Ohmen usw. Zu den Auswärtsspielen fuhr man mit Fahrrädern (ohne Gangschaltung) oder mit zur Verfügung gestellten Pferdegespannen mit Leiterwagen.

1928 verließ Lehrer Rötter die Gemeinde und auch den SV Germania. Das Geschick des Vereines übernahm August Schmidt, der damals noch gleichzeitig als 1. Vorsitzender, Kassierer, Schriftführer und Rechner fungieren musste.

1929 konnte man schon das erste Sportfest des SV Germania auf dem Loh „unter den Linden“ abhalten. Es fand ein Fußballturnier verbunden mit leichtathletischen Wettkämpfen statt. Dieses Fest war ein sportlicher und finanzieller Erfolg, denn man konnte einen Überschuss von 300,00 Reichsmark verbuchen.

Die politischen Ereignisse der 30er Jahre schränkte den Spiel- und Sportbetrieb wesentlich ein.  Nach Ausbruch des Krieges 1939 kam der Spielbetrieb vollkommen zum erliegen. Der nun ausgebrochene 2. Weltkrieg riss große Lücken in die Reihen des SV.

 

1946, am 31. Mai, fanden sich die Mitglieder Georg Roth, Karl Geiß, Heinrich Horst, August Hassauer, Theo Rönninger, Rudi Zöckler und Dr. Becker zusammen.

Sie nahmen die Vereinstätigkeit unter dem Namen „Spielgemeinschaft Bobenhausen“ wieder auf.

Man wählte den damals hier ansässigen Arzt Dr. Bruno Becker als 1. Vorsitzenden, Karl Geiß zum Schriftführer und Georg Roth als Rechner.

Der Spielbetrieb wurde wieder aufgenommen und es fanden wieder regelmäßig Versammlungen der Mitglieder statt.

Auch wurde der SV Germania in diesem Jahr 1946 Mitglied des Hessischen Fußballverbandes.

 

1948 am 6. März, hatte man bereits 74 Mitglieder.

An die Gemeinde wurde ein Antrag auf Ausweisung eines neuen Sportplatzes gestellt.

Der 1. Vorsitzende Dr. Becker teilte mit, dass die „Spielgemeinschaft Bobenhausen“ ab sofort wieder ihren alten Namen „SV Germania“ führen durfte. Das Wort „Germania“ war von der amerikanischen Militärregierung bis dahin verboten worden.

Wegen der Währungsreform 1948 schieden 26 Mitglieder freiwillig aus, obwohl man den Beitrag von 3,00 Reichsmark auf 1,50 Deutsche Mark gesenkt hatte.

 

1949, in der am 23. Januar stattgefundenen Generalversammlung wurde beschlossen, dem Verein eine Tischtennisabteilung anzugliedern und dem Kreis wurde eine Jugendmannschaft gemeldet.

Der 1. Vorsitzende Dr. Becker war zwischenzeitlich nach Laubach verzogen. Der 2. Vorsitzende Karl Deubel übernahm die Leitung des Vereines. Der Verein hatte jetzt schon wieder 55 Mitglieder und der Jahresbeitrag betrug 2,00 DM.

Die aktiven Spieler hatten sich bis in die 1. Kreisklasse Alsfeld empor gespielt.

 

1950, in der Generalversammlung am 27. Mai in der Gaststätte Wenzel wählte man August Schmidt zum 1. Vorsitzenden und Heinrich Horst wurde mit der Neuorganisation des Spielbetriebes beauftragt.

 

1951 stellte Karl Geiß, der Schriftführer und Rechner zugleich war, sein Amt zur Verfügung. Als neuen Rechner wählte man Heinrich Wingefeld VII. und als Schriftführer Heinrich Horst.

 

1952, am 19. Januar, setzte sich der Vorstand wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender Heinrich Horst, 2. Vorsitzender August Schmidt, Rechnungsführer Josef Stasch und Schriftführer Lehrer Schmidt.

 

1953 wurde der Vorstand wieder umgestaltet, Karl Geiß übernahm wieder das Amt des Rechners und Philipp Jaspert wurde als Schriftführer gewählt.

Vom 1. – 3. August fand das erste große Fest des SV statt, das 30 jährige Bestehen.

Ein großer Festzug zog durch Bobenhausen und auf das Festgelände „auf dem Loh“.

Dort konnte man die Ehrengäste Landrat Dr. Mildner, Lehrer Rötter und Bürgermeister Kraft begrüßen. Wegen ihrer Verdienste um den Verein, wurden Karl Deubel, August Schmidt und Heinrich Wingefeld VII. zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Das Fest war ein großer Erfolg und dadurch angeregt, hielt man

1954 im Gemeindesaal einen Maskenball ab und organisierte im September die Kirmes. Dies wurde auch lange Zeit so eingehalten.

Inzwischen hatte das Amt des Schriftführers Udo Krause und das des 1. Vorsitzenden August Schmidt übernommen.

 

Planierraupe der US-Army

1957 fand, in Verbindung mit dem Männergesangverein und der Freiwilligen Feuerwehr, erfolgreich ein großer Familienabend statt.

Fußball wurde immer noch „auf dem Loh“ gespielt und die Fertigstellung eines neuen Sportplatzes lag in weiter Ferne.

Eine Hilfsaktion der Amerikaner, den Platz mit Planierraupe und Bulldozer zu planieren, konnte die Platzsituation auch nicht wesentlich verbessern. Der Vogelsberger Basalt erwies sich stärker als die eingesetzten Maschinen der Amerikaner.

Die Aktiven erreichten langsam wieder das frühere Spielniveau, es wurden neue Trikots angeschafft und der Trainingsbetrieb fand wieder im Gemeindesaal statt.

Inzwischen zählte man 76 Mitglieder und konnte sich über die sportlichen und finanziellen Erfolge nicht beklagen.

 

1959 meldete man die erste Jugendmannschaft, die in ihrer ersten Spielperiode gleich einen beachtlichen 3. Platz belegen konnte.

 

1960 wurde im Zuge der Flurbereinigung endlich ein neuer Sportplatz „in den Helgenwiesen“, unweit des Gemeindesaales, ausgewiesen.

 

1963 legte der langjährige Vereinsrechner Karl Geiß sein Amt nieder. Sein Nachfolger war Ewald Mahr. Als Schriftführer fungierte weiter Udo Krause und als 1. Vorsitzender August Schmidt.

Die Arbeiten am neuen Sportplatz machten gute Fortschritte.

Das anstehende 40jährige Bestehen des Vereines in diesem Jahre, wollte man mit der Einweihung des neuen Platzes verbinden.

Der Kostenvoranschlag für den Platz belief sich, einschließlich der Eigenleistungen, auf 17.000 DM. Die Gemeinde schoss 2.000 DM zu, 1.700 DM kamen vom Kreis Alsfeld und 7.500 DM stellte der Hessische Fußballverband zur Verfügung. Der Rest wurde aus Spenden und Eigenleistungen erbracht.

Von einigen Mitgliedern wurden kostenlos Traktoren und Wagen und von Mitglied Philipp Jasper  Planierraupe, Bagger und LKW bereitgestellt. Es wurden etwa 700 cbm Erde aufgefüllt, bewegt und planiert. Gleichzeitig wurde die Spielfläche mit einem Rohrgeländer umgeben, das in den Vereinsfarben blau-weiß von 15 Schülern gestrichen wurde.

Am 3. August, wurde der Platz im Rahmen der 40 Jahrfeier des SV seiner Bestimmung übergeben. Der Gemeindesaal, der zwischenzeitlich renoviert wurde, konnte von Bürgermeister Willi Kraft ebenfalls am gleichen Tage als Sport- und Kulturhalle eingeweiht werden.

 

1964, in der Generalversammlung vom 4. Januar 1964, stellte der Vorsitzende August Schmidt sein Amt zur Verfügung. Neuer 1. Vorsitzender wurde der schon 10 Jahre als Schriftführer tätige Udo Krause.

Ewald Mahr war Vereinsrechner geblieben und Karl-Heinz Hamann wurde Schriftführer. Spielausschussvorsitzender wurde Friedrich Wingefeld und Trainer wurde Friedolf Steinbach.

 

1965, am 12. und 13. Juni, gewann die 1. Mannschaft den Vogelsberg-Wanderpokal.

Auf dem Sportplatz wurden zwei Flutlichtlampen errichtet, die von nun an auch den Spielbetrieb in den Abendstunden ermöglichten.

In den nun folgenden Jahren stieg die Mitgliederzahl rapide an.

Die allseits beliebten Familienabende wurden, zusammen mit Gesangverein und Freiwilliger Feuerwehr,  wieder eingeführt.

Zum Gelingen dieser Abende trugen Erna Rahn und Ursula Fassbach wesentlich bei.

Ein Ältestenrat wurde zur Unterstützung des Vorstandes gewählt.

 

1968 übernahm Karl-Heinz Hamann das Amt des 1. Vorsitzenden, nachdem Udo Krause dieses niedergelegt hatte. Schriftführer wurde Wolfgang Pabst und Jugendleiter wurde nach Josef Stasch Heini Hofmann.

 

1969 wurde eine Gymnastikabteilung dem Verein angeschlossen zu deren Abteilungsleiterin Irmgard Hofmann gewählt wurde. Als Übungsleiterin stellte sich Frau Schuhmacher aus Ulrichstein kostenlos als Übungsleiterin zur Verfügung. Dieses Amt führte sie bis 1981 aus.

 

1972 entdeckten einige Mädchen ihr Talent zum Fußballspielen. Daraufhin wurde eine Damenfußballmannschaft gegründet. Ihr Trainer wurde Heini Hofmann der zur gleichen Zeit auch die 1. Mannschaft trainierte.

Die Jugend- und Schülermannschaft wurde von Siegfried Spangehl betreut.

Im November 1972 verstarb plötzlich im Alter von nur 38 Jahren der langjährige Vereinswirt Werner Bär.

 

1979 begann man mit dem Neubau des Sportheimes. Das sehr schlechte Wetter in diesem Jahr machte den Akteuren schwer zu schaffen.

 

1980, am 23. August, hatte der Neubau endlich sein Dach bekommen.

 

1983, am 30. Juli, begeht der Verein sein 60jähriges Bestehen, das in der Mehrzweckhalle gefeiert wurde.

 

1984, am 31. Mai, wird das Sportheim eingeweiht.

 

1989 wird eine Tischtennisabteilung gegründet und am 27. Mai feiert man das 20jährige Bestehen der Gymnastikgruppe.

Am 27. Mai feiert man das 20jährige Bestehen der Gymnastikgruppe.

 

1993, am 10. Juli, wurde das 70jährige Vereinsjubiläum mit einem Kommersabend in der Mehrzweckhalle gebührend gefeiert.

 

1994 wird mit dem Bau einer Flutlichtanlage begonnen.

 

1994 am 26. August, feiert die Gymnastikabteilung mit einer Gymnastikschau ihr 25jähriges Bestehen.

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© Werner Roth